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REDUZIEREN SIE DAS RISIKO EINES PLÖTZLICHEN KINDSTODES
Empfehlungen zur Betreuung von Säuglingen.
Vorwort
Prof. Thomas Zeltner Direktor Bundesamt für Gesundheit
Dr. Martin Sutter SIDS-Kommission der Schweizerischen Gesellschaft für
Pädiatrie
Die Freude über die Geburt eines gesunden Kindes ist gross - um so
schmerzlicher ist es, dieses Kind durch den "plötzlichen
Kindstod" wieder zu verlieren.
Zur Zusammenfassung
Die betroffenen Eltern, aber auch Geschwister und weitere Angehörige brauchen lange Zeit, um - wenn überhaupt - diesen Verlust zu bewältigen. Trotz aller Forschungen konnten die Ursachen und Hintergründe des "plötzlichen Kindstodes" bisher nicht geklärt werden. Eine ganze Reihe von Einzelfaktoren und vermuteten Risiken sind zwar inzwischen bekannt. Diese Broschüre enthält Empfehlungen, die den "plötzlichen Kindstod" zwar nicht völlig verhindern können, aber nach den derzeitigen ärztlichen und wissenschaftlichen Kenntnissen das Risiko deutlich verkleinern. Diese Empfehlungen wurden erstmals anfang der Neunzigerjahre publik gemacht. Seither hat die Häufigkeit des "plötzlichen Kindstodes" um gut 60 Prozent abgenommen. Dr. Martin Sutter, Kinderarzt, Worb
Empfehlungen für Ihren Säugling im ersten Lebensjahr.
Vermeiden Sie das Rauchen.
Rauchen in der Umgebung einer Schwangeren bzw. eines Säuglings erhöht
das Risiko des "plötzlichen Kindstodes".
Zur Schlafposition Ihres Babys.
Mehrere wissenschaftliche Untersuchungen in verschiedenen Ländern lassen
die Bauchlage als Schlafposition kritisch erscheinen.
Zur Zusammenfassung
Zwar besteht kein ursächlicher Zusammenhang zwischen Bauchlage und dem "plötzlichen Kindstod", jedoch ist sicher, dass diese Schlafposition das Risiko für den "plötzlichen Kindstod" deutlich erhöht. Es gibt zwei Gründe, ein Baby nicht in Seitenlage schlafen zu legen: Erstens ist das Risiko für den "plötzlichen Kindstod" in Seitenlage höher als in Rückenlage und zweitens ist die Seitenlage wahrscheinlich schädlich für eine normale Hüftgelenksentwicklung. Gerade im ersten Lebensjahr sollte das Kind auf einer glatten und nicht zu weichen Unterlage gebettet werden. Nehmen Sie daher kein Kopfkissen, denn Ihr Baby schläft darauf nicht besser. Es besteht keine Gefahr, dass das Kind in Rückenlage erbricht und daran erstickt. Achten Sie darauf, dass Ihr Baby nicht unters Duvet rutscht oder dieses über sich hinaufzieht. Bei Schlafproblemen nehmen Sie mit Ihrem Kinderarzt/Ihrer Kinderärztin Kontakt auf.
Schützen Sie Ihr Kind vor Überwärmung.
Babys brauchen eine Zimmertemperatur von ungefähr 18 °C.
Zur Zusammenfassung
Babys brauchen keine Wärmeflaschen oder Heizdecken zum Schlafen. Legen Sie das Baby niemals neben einen Heizkörper, ein Heizgerät oder direkt in die Sonne. Tragtaschen sollten nie auf einen Boden mit Bodenheizung gestellt werden. Babys könnten sich wegen zu vieler Kleider oder Bettdecken überhitzen, da sie sich nicht selber freimachen können. Sie brauchen nicht mehr als eine Windel (eventuell ein Unterhemd) und einen Schlafanzug zum Schlafen. Wenn sich das Baby heiss anfühlt und schwitzt, sollten Sie es leichter anziehen. Bei kühler Witterung, besonders in den ersten vier Lebenswochen, soll das Baby wärmer angezogen werden. Ob Ihr Baby zu warm oder zu kalt angezogen ist, können Sie am besten an der Stirn oder im Nacken feststellen, denn Hände und Füsse der Babys sind oftmals kühl und reichen für diese Einschätzung nicht aus. Babys, die älter als ein Monat sind, brauchen im Haus nicht mehr Kleider als ihre Eltern anzuhaben. Vor Zugluft sollten die Babys aber geschützt werden. Achten Sie darauf: wärmende Kleidung soll in geschlossenen Räumen ausgezogen werden.
Vermeiden Sie Stress bei Ihrem Säugling.
Gerade ältere Säuglinge können auf Stress mit überhöhter Unruhe
reagieren. Längere Autofahrten, Feiern oder fremde Umgebungen können
sich ungünstig auf den Säugling auswirken. Oft reagiert er mit häufigem
Schreien oder unruhigem Schlaf. Auch Babys müssen neue Eindrücke erst
verarbeiten. Besonders im ersten Lebensjahr machen Säuglinge grosse
Entwicklungsschübe, die sie zumeist in den Schlafphasen verarbeiten.
Weitere Aufregungen, die von aussen auf das Baby einwirken, können es
zusätzlich belasten. Ein vom Baby selbstbestimmter, jedoch weitgehend
regelmässiger Tagesablauf unterstützt eine ungestörte Entwicklung.
Zur Zusammenfassung
Versuchen Sie Ihr Baby zu stillen.
Nach heutigen Erkenntnissen ist das Stillen die beste Ernährung. Es
liefert dem Baby wichtige Abwehrstoffe.
Zur Zusammenfassung
Sie sollten versuchen, ihr Baby zumindest in den ersten Monaten voll zu stillen. Gestillte Babys sterben wahrscheinlich seltener am "plötzlichen Kindstod" als nicht gestillte Babys. Die Muttermilch gibt dem Säugling aufgrund ihrer Zusammensetzung einen natürlichen Schutz gegen Allergien und Infektionen. Bei der Nahrungsaufnahme hat jedes Baby seinen eigenen Rhythmus. Die Pausen zwischen den Mahlzeiten sind individuell verschieden lang. Die Ernährung mit Muttermilch ist ausreichend, wenn ihr Baby kontinuierlich an Gewicht zunimmt! Bei Stillproblemen helfen Ihnen Ihre Mütter- und Väterberatungsstelle, Stillberaterin, Hebamme, Ihre Ärztin oder Ihr Arzt weiter.
Sie sollten mit Ihrem Baby unbedingt zum Arzt gehen:
Weitere Informationen und Beratung zum "plötzlichen Kindstod"
erhalten Sie durch die Elternvereinigung SIDS Schweiz, Postfach 1969, 8021
Zürich. Tel. 062 213 94 07.
Zur Zusammenfassung
Bitte vergessen Sie nicht: 999 von 1000 Babys sind nicht vom "plötzlichen Kindstod" betroffen. Lassen Sie sich daher die Freude an Ihrem Baby nicht nehmen.
Schweizerische Gesellschaft für Pädiatrie
Elternvereinigung SIDS Schweiz Postfach 1969, 8021 Zürich Bundesamt für Gesundheit, Bern |
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